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Zeittafel zur Geschichte Frankreiches und des Périgord

Frühgeschichte Frankreich Périgord
ab 40'000 vChr Paläolytikum ab dieser Zeit ist das Perigord ständig bewohnt, die Menschen benützen Stein- und Knochenwerkzeuge, sie leben als Jäger und Sammler in Hütten und benützen die Höhlen als Refugien und Kultstätten
ab 18'000 vChr Magdalénien in dieser Epoche entstehen die Felszeichnungen in den Höhlen des Périgord
ab 500 vChr Gallier, Petrokoren - das Périgord wird beherrscht vom gallischen Stamm der Petrokoren, die das Land um Dordogne und Vézère besiedeln - im Süden sind sie von den Römern im Norden von den Alemannen bedrängt
Römerherrschaft Frankreich Périgord
. 59 vCr - 406 vom Mittelmeer her dringen die römischen Legionen durch die Täler der Rhône und der Garonne nach Norden und Westen vor, besetzen Gallien und unterwerfen die Bewohner - die Römer sind keine schlechten Herren, sie leben in ihren Villen und lassen die Gallier für sich arbeiten - sie bauen Strassen, sichern die Grenzen und bringen viele bisher unbekannte Früchte mit, vor allem den Wein - Gallien blüht während des vierhundertjährigen Friedens, Vesunna ist wichtiger Handelsplatz

in dieser Epoche spielen die Geschichten von Asterix und Obelix (allerdings in der Bretagne)
im 3. Jh beginnen die Barbaren die gallischen Provinzen im Norden zu bedrängen, wiederholt stürmen sie weit in den Süden vor - Rom muss sich zusehends zurückziehen und gibt 418 Gallien auf

58-50 vChr Gallien wird römische Provinz - die Römer besiegen und unterwerfen die Gallier und stossen nach und nach bis über den Rhein vor, Heerführer ist Julius Cäsar, der in seiem Bericht De bello Gallico über die Gallier und deren Unterwerfung schreibt; sie werden als kriegerisch und kampferprobt geschildert Augustus gründet die römische Provinz Aquitanien zu der auch das Périgord gehört -

Vesunna, (das heutige Périgueux) wird gebaut mit Tempeln, Foren und Amphitheater

235...284 Barbareneinfälle an der Nordgrenze - verschiedene Volksgruppen (Franken, Alemannen, Sueben, Vandalen und andere) bedrängen das römische Reich an seiner Nordgrenze und binden seine Legionen ab 276 erhält Vesunna eine Notbefestigung, das Amphiteater wird Teil davon, Bauten in der Stadt werden abgetragen, die Steine als Baumaterial genutzt
313 Ende der Christenverfolgungen im römischen Reich - Kaiser Konstantin anerkennt das Christentum, Beginn der breiten Missionierung des römischen Reichs erste Missionare gründen Einsiedeleien, aus denen später Klöster werden \\ um 350 wird Vesunna zu Pétrocorus - 356 wird erstmals der Bischof von Périgueux erwähnt
406 150'000 Germanen überschreiten den zugefrorenen Rhein - 410 bricht das Römische Weltreich zusammen, damit beginnt der Rückzug der Römer aus Gallien, der Schutz im Norden und Osten fällt weg, es folgt eine lange unruhige Zeit 418 Kaiser Honorius übergibt Vesunna/Pétrocorus den Wisigoten - 507 besiegen die Franken die Wisigoten
erste Klostergründungen: Chancelade, Brantôme, Cadouin, Terrasson, Sarlat
Mittelalter Frankreich Périgord
500 - 1500 ein Jahrtausend der Depression: Kleine Eiszeit = Klimaverschlechterung, die Pest und endlose Kriegereien machen diese Periode zu einer finsteren Zeit - die Menschen fühlen sich von Gott im Stich gelassen und bestraft ohne zu verstehen weshalb - gute Werke, Geschenke an die Kirche, Pilgerfahrten, Kreuzzüge und Judenverfolgungen sollten Gott gnädig stimmen - die Macht der Kirche bestimmt das Leben - das Bauernvolk lebt in Armut und Hunger und finanziert gleichzeitig den Luxus des Adels und dessen Kriegereien
die wichtigen Themen:
12. und 13. Jh Kreuzzüge, Heiliger Krieg, (Dschihad) - Europa zieht aus um den Ungläubigen das Heilige Grab zu entreissen
weiterlesen: http://www.kreuzzug.de/
1097-1099 erster Kreuzzug mit Eroberung Jerusalems (Gottfried von Bouillon)
1146 Kreuzzug gegen die Wenden (Westslaven) der Templer-Orden erhält erste Stützpunkte - die Templer beschützen die Pilger und begleiten die Kreuzzüge
1147-1149 zweiter Kreuzzug nach Jerusalem
1189-1190 dritter Kreuzzug nach Jerusalem (mit Richard Löwenherz)
1202-1204 vierter Kreuzzug (Eroberung von Konstantinopel)
1212 Kinderkreuzzug
1228-1229 fünfter Kreuzzug (endet nach Friedensschluss)
1248-1254 sechster Kreuzzug nach Ägypten
1270 siebenter Kreuuzug nach Tunis
1291 die letzte christliche Bastion in Palästina fällt - Ende der Kreuzzüge



13. bis 19. Jh Kleine Eiszeit - die Welt erlebt nach einer Wärmeperiode eine deutliche Klimaverschlechterung, harte Winter und kühle, regnerische Sommer führen zu Mangel und Hungersnöten, Seuchen dezimieren die Bevölkerung
weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit



14. - 18.Jh der schwarze Tod - die Pest
seit dem 6. Jh kennt man im Mittelmeerraum die Pest, die vermutlich über die Seidenstrasse und den Schiffsverkehr im Mittelmeer eingeschleppt wurde - Mitte des 14. Jh springt sie über nach Europa und verbreitet sich von Marseille aus bis nach Norwegen - von den damals 80 Millionen Einwohnern sterben 50 Millionen
der Verlust an Arbeitrkäften hat weitreichende politische Folgen: er schwächt den Adel und stärkt das Königtum - Medizin ist hilflos, sie glaubt an eine astrologische Konstellation - die Kirche sieht eine Strafe Gottes - das gemeine Volk sieht sich im Stich gelassen
auf der Suche nach den Schuldigen werden Juden und Häretiker verfolgt - viele Juden emigrieren
die Pest taucht das ganze Jahrhundert in eine tiefe Depression: die Strafe Gottes trifft die Sündigen, es entsteht ein fatalistisches Klima, Busse tun durch Pilgerfahrten (Compostela, Cadouin...), durch Geschenke an die Kirche soll Gottes Zorn besänftigen und die Not der Menschen lindern -
1333-1353 erster grosser Pestzug durch Europa - von Italien aus kommt die Pest nach Marseille und folgt Rhône und Aude/Garonne nach Norden und Westen, von Bordeaux aus gelangt sie mit dem Schiff nach England und Paris, geht über Deutschland bis in den Norden
1400 zweitschlimmste Epidemie: es sind vor allem Kinder und Jugndliche betroffen, die sich beim ersten Seuchenzug nicht immunisiert haben Sarlat verliert die Hälfte seiner Bevölkerung
14. - 18. Jh die Pest erscheint mit gorsser Regelmässigkeit immer wieder
im 14. Jh zählt man 32 Pestjahre, im 15. Jh 41 und im 16. Jh 30 - im 17 Jh begleitet die Pest den Dreissigjährigen Krieg
1522: Sarlat - 1524: Périgueux - 1530: Bergerac
18 Jh letzte Pestzüge in Europa - Marseille 1720, Moskau 1770, die Pest tritt in diesen letzten Seuchenjahren nur noch am Rande Europas und unregelmässig auf, gilt aber bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts nicht als verschwunden - Hauptgrund für das Verschwinden der Krankheit scheint die zunehmende Reinlichkeit zu sein
weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Tod
weiterlesen: http://www.kleio.org/de/geschichte/mittelalter/alltag/kap_x61/



1540 - 1791 Religionskriege - sie beginnen mit den Verfolgungen der ersten Protestanten (in Frankreich Hugenotten genannt) und enden erst mit der Proklamation der Menschenrechte im Gefolge der Revolution um 1791 - und es geht im Grunde nicht um Religion oder Konfession, sondern um die Macht des Königs - beziehungsweise die alte Dreieinigkeit König-Kirche-Militär gegen den Rest der Welt
wesentlich beigetragen zur Härte und Dauer dieser Auseinandersetzungen hat vermutlich die Zentralmacht Frankreichs, die aufs innigste verbandelt ist mit Bischöfen, Kardinälen und dem Papst - aufklärerisches Gedankengut kann da kaum Platz finden
die Reformation fasst ab 1540 schnell Fuss, zunächst beim Adel und den Eliten, dann in den Städten und zuletzt beim Volk
der Adel ist gespalten: ein königstreues Lager steht einem protestantischen, «abtrünnigen» gegenüber - im Süden und Südwesten bekennen sich Adelige offen zum Protestantismus: das Königreich von Novarra am Westfuss der Pyrenäen, dem der spätere König Henry IV entstammt, die Baronie Biron im Périgord und viele andere
ab 1517 1517: Luthers Thesen in Wittenberg - 1521: die theologische Fakultät der Sorbonne verurteilt diese Thesen - 1535: Calvin - 1562: Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen
die von beiden Seiten gleichermassen gepflegten Scheusslichkeiten reichen vom Bildersturm bis zum Verbrennen von Geistlichen
St-Foy-la-Grande und Bergerac sind die ersten protestantischen Bastionen im Périgord - Aymon de la Voye, Pfarrer in Ste-Foy-la-Grande wird wegen Häresie angeklagt und zum Tode verurteilt (1541) - er ist der erste portestantische Märtyrer
1561, 1562 Höhepunkt der Reformation in Frankreich
Edikt von St-Germain: Catherine de Médicis garantiert den Protestanten eingeschränkte Glaubens- und Kultusfreiheit - ihre Gegner stören einen protestantischen Gottesdienst und töten viele der Teilnehmer (Blutbad von Wassy)- Es folgen 36 Jahre mit acht Glaubenskriegen
Gefecht bei Vergt
ab 1563 erste Hugenottenkriege, die Protestanten erhalten günstige Friedensbedingungen
1572 Bartholomäusnacht (23./24. August): Katholiken massakrieren die Hugenotten in Paris - die Verfolgungen ziehen sich über Tage hin und erfassen auch viele Städte in der Provinz - Hass und Rachsucht regieren auch durchs Périgord geht ein blutiger Kleinkrieg
1589 Heinrich von Navarra wird als Henri IV französischer König
1598 Edikt von Nantes - Henri IV garantiert den Protestanten Toleranz und volle Bürgerrechte - Ende der Religionskriege
1685 Ludwig XIV widerruft das Edikt von Nantes - die Protestanten verlieren ihre Rechte - nachezu 200'000 Hugenotten fliehen in die Schweiz, die Niederlande, die Pfalz und nach Preussen - es sind überwiegend Adlige und Handwerker, mit ihnen geht viel Wissen und Können verloren - der König geht militärisch gegen die letzten Hugenotten vor der Süden ist der letzte Zufluchtsort der Hugenotten
1787, 1789 das Toleranzedikt von Versailles, die Erklärung der Menschenrechte und die Verfassung von 1791 bringen endlich die Glaubens- und Gewissensfreiheit - Ende der konfessionellen Kriege
weiterlesen: Musée protestant
weiterlesen: Hugenottenmuseum



ab 500 Merowinger und Karolinger - nach der friedlichen römischen Verwaltung kehrt nun der Feudalismus ein:

der Frankenkönig Clovis erobert Gallien und damit auch Aquitanien

Quercy und Périgord werden Herzogtümer des Königreichs Aquitanien - die Normannen verwüsten die Täler der Isle und der Dordogne - ab 765 Wiederaufbau von Périgueux
768 - 814 Karl der Grosse (747 - 814) ordnet die Verwaltung seines Reiches neu: das Land wird in Verwaltungseinheiten aufgeteilt, denen als königlicher Vertreter ein Graf vorsteht - das Amt ist vom KLaiser verliehen, wird im Laufe der Zeit aber erblich bei seiner Reise nach Spanien gründet er Trémolat und die Abtei St-Pierre in Brantôme
800 der Papst salbt Karl den Grossen zum Kaiser - das Römische Weltreich ist wiederhergestellt
ab 840 Normannen und Wikinger verwüsten Aquitanien mehrmals, das Land wird zunehmend unregierbar
ab 950 Pilgerfahrten nach Santiago-de-Compostela zum Grab des Apostels Jakobus werden Mode - Santiago wird in der Folge neben Rom und Jerusalem eines der wichtigsten Pilgerziele einige der Jakobswege führen durchs Périgord, Périgueux und Bergerac werden Stationen
1033 - 1044 Hungersnöte verursacht durch die ständigen Händel und Verwüstungen
1137 Eleonore von Aquitanien, einzige Tochter des Grafen von Aquitanien, heiratet den französischen Prinzen Louis und bringt als Mitgift Aquitanien in die Ehe - ein alter Traum der Krone erfüllt sich: riesige Ländereien kommen zur Krone (allerdings nur für 15 Jahre) das Périgord wird «französisch»
1152 Aliénor verlässt ihren König («Ich habe einen Mönch geheiratet!»), die Ehe wird vom Konzil annuliert, Aliénor heiratet 30jährig Henry Plantagenet, Graf der Normandie, der dadurch auch Graf von Aquitanien wird und zwei Jahre später König von England diese Heirat steht am Anfang der über dreihundert Jahre währenden Streitereien zwischen England und der Krone Frankreichs
1152-1229 erster Krieg zwischen England und Frankreich - England besetzt seine neuen Besitztümer, der französische König versucht die Engländer zu vertreiben in dieser Epoche beginnt auf Betreiben Eleonores die Gründung der Bastiden zur Erschliessung unbewohnter Gebiete - im Vertrag von Paris 1229 überlässt der französische König Périgord und Quercy den Engländern, damit kehrt für einige Zeit Frieden ein
um 1162 eine neue christliche Sekte breitet sich von Albi (Tarn) gegen Westen aus, die Albigenser oder Katharer - die Kirche verfolgt sie, die Inquisition rottet sie aus, auch ein Kreuzzug wird gegen sie geführt - gegen 1330 ist die Bewegung ausgerottet das Périgord war Ziel und später Zufluchtsort der Albigenser (Château de Biron)
1199 Richard Löwenherz wird bei der Belagerung des Schlosses Châlus von einem Pfeil getroffen und stirbt
1209 erstmals wird von einer Brücke über die Dordogne bei Bergerac berichtet
1307 - 1310 Philip le Bel konfisziert die Güter der Templer um seine Kriegskasse aufzufüllen - unter dem Vorwurf der Häresie werden viele zum Scheiterhaufen verurteilt
1337-1453 Hundertjähriger Krieg oder zweiter Krieg zwischen England und Frankreich - das Ringen um die Herrschaft über Aquitanien ist bestimmt von vielerlei persönlichen Interessen der Beteiligten - Geldnöte und Mangel an geeigneten Heerführern unterbrechen den Krieg immer wieder, wilde Banden nutzen die Rechtlosigkeit zum Plündern gegen 1345 kommt der Krieg auch in Aquitanien an - die Dordogne bildet über lange Zeit die Front zwischen den Lagern - in dieser Zeit errichten Franzosen und Engländer zu beiden Seiten des Flusses ihre Befestigungen - Jean le Bon versucht, die Engländer zu vertreiben - das Périgord wird zum Schlachtfeld \\

1356 Überfall der Engländer auf Bergerac, Zerstörung der Brücke

1453 Schlacht von Castillon - die Entscheidung Bei Castillon werden die Engländer vernichtend geschlagen (heute 'Castillon-la-Bataille')
2. Hälfte 15. Jh es folgt eine Zeit des Friedens, des Wiederaufbaus und des philosophischen und künstlerischen Lebens, die Städte blühen auf das literarische Leben gedeiht: Clément Marot, Pierre de Bourdeille, Etienne de la Boétie, Brantôme, Michel de Montaigne - in Périgueux und Bergerac entstehen Druckereien
frühe Neuzeit Frankreich Périgord
15 und 16. Jh Entdeckungen, Erfindungen und Kriege prägen diese Zeit:
1450: Gutenberg erfindet den Buchdruck mit beweglichen Lettern und die Druckmaschine - es wird nun einfacher, Gedanken zu verbreiten, allerdings können nur wenige Menschen lesen - Gutenberg wird als der wichtigste Mann des Jahrtausends gesehen
1492-1504: Kolumbus sucht einen kurzen Weg nach Indien und landet auf den Bahamas - auf weiteren Fahrten betritt er auch das Festland - er ist der erste Kolonisator der Neuen Welt
1493: die Syphilis kommt nach Europa, verursacht durch einen aus der Neuen Welt eingeschleppten Erreger - in den folgenden fünfzig Jahren wird ganz Europa heimgesucht, dann verliert das Bakterium an Ansteckungskraft
1517: Luther veröffentlicht seine Kritik am Ablasshandel der Kirche und löst damit eine Kirchenreform aus: Beginn der Reformation
1536: Calvin: Die «Institutio Christianae Religionis» erscheint, er wird der Reformator in Frankreich
1543: Kopernikus entwickelt sein heliozentrisches Weltbid: die Erde ist ein Planet und kreist zusammen mit anderen Planeten um die Sonne
1562-1598: Glaubenskriege in Frankreich zwischen königstreuen Katholiken und Protestanten (Hugenotten) erschüttern das Land während über dreissig Jahren - tatsächliche Glaubens- und Gewissensfreiheit entsteht erst im Gefolge der Revolution 1789 - der Konflikt führt zu Verwüstungen, Hunger, Elend und Tod und hinterlässt ausgeblutete Länder - die am härtesten Betroffenen sind die Bauern
die wichtigen Themen:
16. und 17. Jh Bauernkriege, Volksaufstände, Jacqueries - die Landschaft leidet unter den Verwüstungen durch den ständigen Krieg und den immer höheren Abgaben, den Frondiensten für die Edlen und immer neuen Steuern - Frankreich unterscheidet sich bei diesem Thema keineswegs vom Rest Europas: Der dritte Stand, die Bauern und Handwerker, die Jacques Bonhommes oder Croquants gelten überall als dumm und faul und verdienen keine Achtung
die Geschichte der Bauernaufstände in Europa ist allerdings nur schlecht dokumentiert, viele sind gar nicht überliefert und bei vielen sind die Fakten widersprüchlich
weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Jacquerie
weiterlesen: http://www.bauernkriege.de/
1358: La Grand Jacquerie, auch Aufstand von Compiègne - nach den Verwüstungen durch den Hundertjährigen Krieg erheben sich Bauern und Gewerbetreibende rund um Paris gegen ihre Peiniger, zerstören Burgen und Schlösser und ermorden die Edlen - nur mit Mühe gelingt es, die Rebellion zu ersticken - die Ritter nehmen furchtbare Rache, aber die Gegend bleibt für Jahrrzehnte verwüstet und die Edelleute fürchten sich vor einer Wiederholung des Aufstands
1520-1550: Aufstände im Süden wegen einer Salzsteuer
1562-1598: Bauerndemonstrationen zugunsten der katholischen Liga (der Partei der Königlichen)
1590-1600: mehrere Aufstände der Landbevölkerung wegen zunehmender Verarmung - in der Folge flammten die Aufstände immer wieder auf - Périgord und Quercy waren vor allem betroffen - Hauptgründe hinter der Wut der Bauern: [1] Erhöhung der Abgaben an die Grundbesitzer und gleichzeitig [2] Bruch des seit dem Mittelalter geltenden Vertrags, dass der Grundherr für die Sicherheit seiner Lehensbauern sorgen muss
1624: erneute Niederlage der Croquants bei Quercy
1636-1637: erneuter Aufstand wegen drückender Steuern, diesmal im Périgord - 60'000 Bauern stehen unter der Führung eines perigurdinischen Adligen - beim Eymet werden sie von den königlichen Truppen geschlagen - fünf Jahre Kleinkrieg folgen
1707: neuer Aufruhr, viele Hungerjahre
1789: Revolution: Sturm auf die Bastille in Paris - in der Folge erheben sich auch die Bauern wieder - die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte durch die Französische Nationalversammlung hebt die Leibeigenschaft und die «Métayage» der Bauern auf
1790/91: nochmals schwere Bauernunruhen im ganzen Land: die Revolution ergreift das Umland von Paris



1789 - 1799 Französische Revolution - Sturz des Königs, Entmachtung des Adels, Verfassung und Menschenrechte, Napoleon Bonaparte
1789: der Dritte Stand verlangt Mitsprache und defniert sich als Nationalversammlung = Volksvertretung - weil König und Adel nicht auf ihre Vorrechte verzichten wollen, kommt es zur Revolution - die Menschen- und Bürgerrechte werden ausgerufen, eine Verfassung macht Frankreich zur konstitutionellen Monarchie
1790: die Juden werden als Bürger anerkannt, der Kirchenbesitz wird eingezogen, die Klöster aufgehoben, Adlige verlassen ihre Sitze und das Land
1791: der König flieht und wird wieder nach Paris zurückgebracht, Olympe de Gouges formluiert die Rechte der Frau und Bürgerin, Deutschland und Österreich mischen sich ein zugunsten der Monarchie
1792: die Nationalversammlung hebt die Monarchie auf und setzt den König gefangen, Ausrufung der ersten Republik, Krieg gegen Österreich und Preussen
1793: König Ludwig VI. und Marie Antoinette werden hingerichtet, Beginn der Terrorherrschaft, Verfolgung der Gegner der Revolution, allgemeine Schulpflicht
1794: Hinrichtung Robspierres und Ende der Terrorherrschaft, Trennung von Staat und Kirche
1795: Friede mit Österreich und Preussen, Napoleon Bonaparte wird Befehlshaber der italienischen Armee
1796: Napoleon vertreibt die Österreicher aus Italien
1798: Napoleon erobert Kairo und verliert gegen England zur See
1799: Napoleon wird erster Konsul, Ende der Revolution
weiterlesen: Zeittafel
weiterlesen: Wikipedia
weiterlesen: Lehrmaterial BR



1618 - 1648 Dreissigjähriger Krieg - Europa stürzt sich in einen Machtkampf und Religionskrieg, der die Gebiete des Heiligen Römischen Reichs aufs Schrecklichste verwüstet und weite Teile entvölkert - Frankreich ist politisch und militärisch beteiligt, wird aber von den Kampfhandlungen wenig berührt
1649 Westfälischer Friede: Auf dem Kongress sind alle europäischen Mächte vertreten, er ist der erste internationale Kongress und wird zum Vorbild für spätere Verhandlungen - der Westfälische Friede ist ein Waffenstillstandsvertrag, dem die eigentlichen Friedensverhandlungen folgen, er trägt wesentlich zur europäischen Stabilität bei
1685 Louis XIV - der Sonnenkönig (1661-1715) - widerruft das Edikt von Nantes - neue Verfolgungen der Hugenotten: hunderttausende Protestanten verlassen das Land - die Schweiz, die Niederlande, Preussen und andere nehmen Glaubensflüchtlinge auf Teile des Périgord werden Zuflucht für die Hugenotten
1689 - 1755 Montesquieu (Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède de Montesquieu), gemässigter Vordenker der Aufklärung
1694 - 1778 Voltaire (François-Marie Arouet), einer der einflussreichsten Autoren der Aufklärung und wichtigster Vordenker der Revolution
1712 - 1778 Rousseau, François-Marie Arouet, Philosoph, Schriftsteller und Komponist, Wegbereiter der Aufklärung und des Sozialismus
1783 Hochwasser in Bergerac - die untere Stadt ist überschwemmt, die Brücke über die Dordogne wird vom Wasser weggerissen (-> Hochwasserpegel an einem Haus am alten Hafen)
1789 - 1799 Französische Revolution - die Umwälzungen führen zur heutigen Einteilung der Departemente

in dieser Zeit werden die Zeichen der Macht - die Burgen und Schlösser - zerstört

das Departement Dordogne erhält in der alfabetischen Ordnung die Nummer 24, die Bauern nehmen Rache an ihren ehemaligen Unterdrückern, vertreiben sie und zerstören ihre Sitze, das Jagdrecht geht an die Bauern über

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das lange 19. Jh Frankreich Périgord
ab 1800 Erste Republik, Diktatur Napoleons, Befreiungskriege, Industrialisierung, Belle Epoque, erster Weltkrieg
1792 - 1804 erste Republik: drei verschiedene Verfassungen und Staatsformen in der unruhigen Zeit der Revolution - das Ende macht 1799 ein Staatsstreich, dem eine neue Verfassung unter Napoleon als Konsul folgt
1804 - 1814 Krönung Napoléon I zum Kaiser - diktatorisches Regierungssystem - Napoleons Reformen der Justiz und der Verwaltung prägen Europa für lange Zeit - mit militärischen Mitteln beherrscht er fast ganz Europa bis zum Feldzug nach Russland 1812 - in den Befreiungskriegen wird er besiegt, abgesetzt und verbannt
1825 Bergerac erhält wieder eine Brücke, während vierzig Jahren musste die Dordogne auf einer Fähre überquert werden
1838 - 1843 le canal latéral à la Dordogne der Canal de Lalinde von Tuilières nach Mauzac (15 km) wird gebaut, er umgeht die zahlreichen Stromschnellen in diesem Abschnitt der Dordogne (er ist seit 1969 für die Schiffahrt geschlossen)
1868 Phyloxera-Krise

aus Amerika wird ein Schädling eingeschleppt, der in kürzester Zeit die Reben in ganz Europa zerstört, die Bauern verlassen das Land und ziehen in die Städte

1870 - 1871 Deutsch-Französischer Krieg - Louis Philippe (1830-1848) erklärt Preussen den Krieg, der nach kaum zwei Monaten durch die Niederlage der Franzosen endet, Frankreich muss das Elsass abtreten
1872 - 1939 die III. Republik wird ausgerufen, Frankreich erhält seine heutige Staatsform
1875 Bergerac erhält die Eisenbahn die Verbindung Bordeaux-Lyon folgt der Isle und berührt Périgueux (eröffnet in Teilstrecken zwischen 1871 und 1881), Bergerac liegt abseits und erhält erst 1875 einen Anschluss nach Libourne
1905 Trennung von Kirche und Staat - ein Gesetz sichert den Bürgern Gewissensfreiheit und Glaubensfreiheit zu, der Staat unterstützt jedoch keine der Religionsgemeinschaften mit Salären für Priester oder Subventionen
1914 - 1918 Erster Weltkrieg der Süden war zunächst vom Krieg kaum betroffen, dann kamen die Verluste an Menschen, der Mangel an Nahrungsmitteln und an Kohle, jede noch so kleine Gemeinde hatte viele Tote zu beklagen, Bergerac allein 469 - nach 1918 entstehen in allen Gemeinden die Erinnerungsmale für die Gefallenen
1939 - 1945 Zweiter Weltkrieg - bereits im Sommer 1940 ist für Frankreich der Krieg vorbei die Demarkationslinie trennt das Land in einen nördlichen Teil unter deutscher und einen südlichen unter französischer Verwaltung (Vichy), die Dordogne gehört bis auf einen kleinen Teil zur letzteren, Bergerac wird eines der Zentren der Résistance und Zufluchtsort für Verfolgte
nach 1945 Nachkriegszeit - das Automobil erschliesst die Dordogne dem Fremdenverkehr, sie wird zunehmend Ferienziel und auch Wohnstätte für Menschen, welche die vielen Vorteile des Südwestens geniessen wollen, der zunehmende Wohlstand und die Reiseerleichterungen innerhalb der EU beschleunigen diesen Prozess, der Fremdenverkehr erwirtschaftet heute mehr als ein Fünftel der économie départementale
1947-58 vierte Republik
1958-heute fünfte Republik (de Gaulle)
ab 1970 Bauernsterben es wird immer schwieriger, als Produzent von Getreide, Fleisch oder Milch sein Auskommen zu finden, in der kleinräumigen Landwirtschaft sind nur Intensivkulturen wie zB Erdbeeren oder Hors-Sol-Gemüse wirtschaftlich, die Söhne ziehen weg, die Häuser stehen leer und werden an kapitalkräftige Stadtflüchtlinge verkauft
1975ff die Autobahn N89: La Transeuropéenne - die Verbindung Bordeaux - Périgueux - Clermont-Ferrand - Lyon - Genf wird gebaut die A89 führt - wie schon die Eisenbahn - nicht über Bergerac, sondern folgt dem Tal der Isle, Bergerac erhält zum Trost eine neue Anschlussstrasse nach Mussidan
2018 Anschluss Lyon eröffnet

mit der Eröffnung des Anschlusses de A89 an die A6 Paris-Marseille ist die Transeuropéenne fertiggestellt

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