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Gebrauchsanweisung

Inhalt
Eine Art Vorwort
Herzlich willkommen!
Die Sehnsucht nach dem Süden
Land und Leute
Landschaft und Haus
Berühmte Frauen und Männer
Die Entdeckung des Tourismus: Lascaux
Das touristische Périgord
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Art Roman

Leib und Seele

Essen und Trinken
Essen und Trinken: Fleisch
Essen und Trinken: Wein
Essen und Trinken: Dies und das
Essen und Trinken im Restaurant

Ergänzungen und Hilfen

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© Peter Bickel 2018
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Willkommen im Périgord!

Danke für Ihre Neugier!

Weil Sie in diesem Büchlein blättern, nehme ich an, dass Sie Frankreich bereits kennen und vielleicht mögen. Und dann haben Sie von Bekannten und Freunden einen Tip bekommen, etwa dass es sich lohne, im Périgord vorbeizuschauen. Oder Sie haben die Bücher über «Bruno, Chef de Police» von Martin Walker in die Hände bekommen. Auch von den Felszeichnungen in der Höhle «Lascaux» könnten Sie gehört haben oder in einem Weinjournal über den «Monbazillac» gestolpert sein.

Sie wissen also ungefähr, was das Périgord ist und wo es liegt. Dass Sie sich nicht schon lange nach diesem Landstrich sehnen, hat vermutlich ganz einfache Gründe: Das Périgord liegt abgelegen irgendwo in der französischen Provinz. Und der Südwesten Frankreichs ist als Urlaubsziel auch eher unter Franzosen beliebt. Denken Sie an die unendlichen Sandstrände der Landes, an Arcachon und die berühmten Badeorte an dieser Küste. Dahin und in die Provence pilgert Paris jeden Sommer. Und obwohl Bismarck in Biarriz regelmässig sein Rheuma kurierte und seine heimliche Geliebte traf, blieb die Gegend in Deutschland unbekannt. Gut, vielleicht war er ja auch nicht besonders erpricht darauf, gross Werbung zu machen...

Das Périgord liegt abseits der grossen Verkehrswege und bis vor kurzer Zeit war es nur mühsam zu erreichen. Es hat weder einen Louvre noch einen Eiffelturm und die nächsten grossen Städte – Bordeaux, Toulouse, Agen – liegen gut hundert Kilometer weit weg. Ausser der inzwischen weltbekannten Grotte von «Lascaux» scheint es dem Touristen nur wenig bieten zu können. Was allerdings ein vollkommen schiefes Bild ergäbe, ebenso unsinnig, wie wenn man Paris auf den Louvre reduzieren würde. Die landschaftliche Schönheit und Vielfalt ist in meinen Augen einer der wertvollsten Trümpfe, insbesondere weil sie weitgehend unberührt ist. Und neben all den Zeugen der Geschichte hat hier die «Architecture Rurale» ein riesiges Erbe. Ja, Sie lesen richtig: Ich bin der festen Meinung, Bauernhäuser seien schön! Sie folgen uralten Mustern, sind dabei unendlich variantenreich gestaltet, haben jedes seinen eigenen Charakter und doch fällt keines aus dem Rahmen. Gehen Sie in eines der Einfamilienhausquartiere in Deutschland oder in der Schweiz und sie wissen, was ich meine.

Und dann die «Mille-et-un-Châteaux», von denen Sie möglicherweise in der Werbung gelesen haben. Sie sind zum Teil Erbe des «Hundertjährigen Kriegs» zwischen England und Frankreich im 14./15. Jahrhundert und wurden dann vierhundert Jahre später Opfer der «Révolution», wo die Herren geköpft oder verjagt und ihre Häuser als Steinbrüche genutzt wurden. Die Zeiten ändern sich: Heute sind sie als «Monument Historique» geschützt und werden vom Staat restauriert.

Sie ahnen schon: Es gibt hier so viel zu sehen, dass Sie es in zwei Urlaubswochen nie schaffen werden! Sie können allerdings auch die Devise, ‘dass wir es doch schaffen müssen‘ zu Hause und in Ihrem Berufsleben zurücklassen, und im Périgord ausruhen und entspannen. Ich weiss schon, lesen kann man zu Hause auch, dazu braucht man nicht tausend Kilometer fahren. Schon einmal an die heilende Wirkung eines Tapetenwechsels gedacht?

Also los!

Ich habe nicht im Sinn, hier den «Guide Michelin» abzuschreiben. Kaufen Sie sich also das grüne Büchlein «Périgord – Quercy», das es auch auf deutsch gibt. Nur wenn Sie wirklich gut Französisch lesen können, empfiehlt sich die Originalausgabe: Michlin bedient sich eines sehr gepflegten Französisch und das führt zuweilen nur zu vielen Fragezeichen. Der Führer kostet um die zwanzig Euro, ist aber viel mehr wert! Und er wird regelmässig aktualisiert, achten Sie also auf eine aktuelle Ausgabe. Eine Warnung: Michelin ist etwas architektur- und kunstlastig, wenn Sie also zum Beispiel technische Interessen haben, kommen Sie möglicherweise zu kurz und sollten noch nach anderen Informationsquellen Ausschau halten. Und ach ja, kaufen Sie den Michelin zu Hause, die deutsche Ausgabe ist hier manchmal nur schwer aufzutreiben!

Eine fast unerschöpfliche Fundgrube ist natürlich das Internet mit seinen Suchmaschinen. Die grossen Touristenmagnete haben inzwischen schöne, allerdings oft überladene Seiten und bieten ihre Werke auch in englisch und manchmal deutsch an. Da der Franzose aber generell der Ansicht ist, die anderen müssten seine Sprache sprechen, werden Sie wohl häufig nur eine französische Ausgabe finden.

Bei vielen Ausflugszielen können Sie Ihre Führung auf der Webseite reservieren und auch gleich die Karten bestellen, was unter Umständen in der Hochsaison und bei den vielbesuchten Zielen die einzige Möglichkeit ist, überhaupt zu einem Besuch zu kommen. In Lascaux zum Beispiel folgen sich die Führungen im Sechsminutentakt, Höhlen mit empfindlichen Felsmalereien haben Kontingente von 150 oder 200 Besuchern pro Tag und schliessen erbarmungslos hinter dem letzten erlaubten Kunden.

Sie sind wohl selber schon auf die Idee gekommen: Es lohnt sich, die wichtigen Fundstellen im Browser, in einem File oder auf einem Blatt Papier zu ‘bookmarken‘, damit Sie sie ohne neue Sucherei wiederfinden. Auch ich habe mich etwas umgesehen und biete Ihnen einige Adressen an, die ich gut oder wenigstens erträglich gestaltet finde.

Ferragosto

Erste Warnung: Der 15. August, Geburtstag des Kaisers Augustus - später zu Maria Himmelfahrt umgedeutet – ist im Süden auch heute noch der Start in die grosse Ferienzeit. Ganze Betriebe schliessen für zwei Wochen und schicken ihre Mitarbeiter in die Wüste. Obwohl der August klar der heisseste Monat des Jahres ist, ziehen viele Franzosen und Italiener oft nicht ganz freiwillig an den Strand und lassen sich braten. Wo immer Sie hinkommen, finden Sie andere, die auch essen, schlafen, besichtigen und Ausflüge machen wollen. Und auf den Autobahnen entstehen regelmässig kilometerlange Staus vor den Mautstellen. Wenn Sie also nicht durch irgendwelche Zwänge des Alltags auf den August festgelegt sind, meiden Sie ihn.

Zweite Warnung: Viele Sterne = gute Bewertung = viele Leute. Etwas plakativ, Sie haben recht, und doch nützlich, insbesondere wenn sich die drei Sterne im Michelin mit dem August kumulieren. Mein schlichter Rat: Besuchen Sie die Drei-Sterne-Ziele im Juni oder im September…

Parlez-vous français?

Ich habe es oben schon versucht anzudeuten: Sie kommen als Tourist durchaus ohne Französisch durchs Périgord. Bedenken Sie immer, dass Sie als Gast hier sind und der Gast ist bekanntlich König. Und man will diesem König ja etwas verkaufen.

Die nächste brauchbare Sprache ist Englisch. In Restaurants ist die Speisekarte oft englisch untertitelt, wenn auch meistens falsch. Führungen können Sie vielerorts auch deutsch und englisch buchen und manchmal liegen gedruckte oder elektronische Führungen für Sie bereit. In «Lascaux» ist das selbstverständlich, da ist man international. Und in Sarlat bekommen Sie auf dem «Office du Tourisme» eine App für Ihr Handy, sie führt Sie durch die Stadt wie ein zweibeiniger Führer.

Wenn Sie am Verzweifeln sind, helfen die Sprachführer im «Guide Michelin» oder mein Glossar weiter. Aber so weit wird es kaum kommen, denn die Menschen hier sind offen und neugierig und helfen Ihnen gern weiter. Im Périgord verzehren viele Engländer ihre Rente, Sie haben also durchaus die Chance, Ihr Englisch anwenden zu können.

Der langen Rede kurzer Sinn: «Ich kann nicht nach Frankreich, weil ich kein Wort Französisch kann!» ist eine entmutigende Fantasie, die Sie sich aus dem Kopf schlagen sollten!

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